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Niederrheinritt Juli 2009

Mit meinem Maultier Lisbeth( Haflinger x Poitouesel) habe ich mich von Nordkirchen im Münsterland bis nach Kempen bringen lassen. Dort habe ich dann gesattelt, meine Packtaschen (Ortlieb hinten, Schweizer Armee vorne) am Westernsattel verschnallt und bin so gegen Mittag losgekommen. Das Wetter war gut ,und so bin ich über Vinkrath gemütlich bis zu den Krickenbecker Seen geritten. Meine Reitstrecke hatte ich mir aus dem Atlas „Grenzenlos Reiten „ herausgesucht, und auf meine Garmin Topografische Karte übertragen. Alle Übernachtungsmöglichkeiten aus dem Atlas hatte ich mir ebenfalls als Wegepunkte markiert und auf meinem GPS gespeichert., aber zur Sicherheit als Papierkopie mit Telefonnummern. mitgenommen.
Nach der ersten Übernachtung an der Biologischen Station Krickenbecker Seen bin ich östlich auf Louisenburg zugeritten, dann über die Autobahnbrücke (A40) Richtung Herongen abgeschwenkt. Die Reitwege in der Nähe der Krickenbecker Seen waren noch deutlich vom Wirbellsturm gezeichnet . Mehrfach lagen Bäume und Gestrüpp auf den fast zugewachsenen Wegen. Aber nach ca. 2 Kilometern wurde es wieder einfach.
Die Strecke bis Waalbeck ist traumhaft schön, Waldwege entlang kleiner Gewässer und abseits der Straße. Nur hatte ich mir leider die falsche Jahreszeit ausgesucht. Die Bremsen waren genau so lästig wie zu Hause, nur leider viel, viel mehr.

Gegen Abend wollte ich mir dann anhand meiner Liste ein Quartier suchen.. Im Sauerland, wo wir sonst häufiger unterwegs sind, ist das kein großes Problem, aber hier im Grenzgebiet mangelte es an Wiesen. Überall nur Blumen oder Gemüse. Damit hatte ich nicht gerechnet, als ich mich für ungeplante Überachtungen entschieden hatte.
Im Gestüt Cymric , direkt an der Strecke, kann man leider nicht mehr übernachten. Als weiter bis Wellerloi zu Rian Litjens. Am Telefon hatte sich niemand gemeldet, aber als ich dann am späten Abend vor der Tür stand, war alles kein Problem. Eine Weide für Lisbeth, 40 Betten für mich zum Aussuchen, denn die Ferienkinder waren noch nicht da.
Abends brachte mir Rian noch ein leckeres Schnitzel von der Imbissbude mit.
Nach einem guten Früstück startete ich dann am nächsten Morgen in Richtung de Hamert –Looier Heide. Der Reitweg war sehr gut ausgezeichnet und führte durch ein verwunschenes Naturschutzgebiet. Kleine Pfade durch Heide und Sandhügelgebiete , vorbei an stillen Waldseen Die nächste Übernachtung war einfach. Ein freundlicher Hobbypferdehalter bei Rimpeld NL stellte mir seine Wiese und ein Heulager zur Verfügung.

Das Frühstück aus der Satteltasche war dann etwas spartanisch, aber das konnte ich dann am nächsten Pannekoekenhuis nachholen.
Kurz vor Diekendaal habe ich dann noch einen Schlenker zurück eingelegt, denn ich wollte unbedingt noch einen Abstecher zur Gaesdonk machen. Dort bin ich ein Jahr lang (1965) zur Schule gegangen. Diese Strecke hatte zuviel Asphalt. Ich wäre besser auf der Reiterroute geblieben.
Die nächste Übernachtung hatte ich kurz vor Kessel bei Koch geplant. Als ich dort ankam waren nirgendwo Pferde zu sehen, nur Autos mit polnischem Nummernschild. Die Leute waren sehr freundlich, aber selber nur Gäste und konnten mir nicht weiterhelfen. Also weiter in Richtung Reichswald.. Erst über die Niers, und dann an Kessel vorbei. Dort schickte man mich zu einem Ferienhof bei Nierswalde. Dort war allerdings alles bis auf den letzten Platz von Ferienkindern belegt. Trotzdem kein Problem. Lisbeth bekam eine große Box in der Scheune., ich selber ein warmes Abendessen. Ich hätte auch wieder ein Heubett bekommen können, aber 60 Tag und Nacht durch die Stallungen wuselnden Ferienkinder waren mir zu heftig. Als überließ ich Lisbeth den Kindern und radelte auf einem geliehenen Rad zu einer Frühstückspension im nächsten Ort.
Vor der nächsten Strecke hatte mich mein Gastgeber gewarnt:“ Viel zuviel Asphalt“. Leider hatte er recht, aber ich wollte bis Haldern, um dort den Vater meines Mulis(inzwischen Wallach) besuchen.

Also hangelte ich mich von Wäldchen zu Wäldchen, vom Tannenbusch bis zum Großen Entenhorst.. Dort allerdings waren die Wege völlig zugewachsen. Da ich nicht zurück wollte, mussten wir uns durchkämpfen, bis die Wege wieder passierbar wurden, und wir plötzlich vor Schloss Moyland standen. Anschließend hieß es wieder Pflaster treten .In Till konnte ich noch bei Sonnenschein draußen einen Kaffee trinken, aber schon kurz nach Wissel setzte der angekündigte Regen ein. Leider gab es keine Alternative zur Straße bis Hönnepel. Die Kieslaster sausten ohne Rücksicht auf Tempobegrenzung oder Ähnliches direkt an uns vorbei. Zum Glück gab es einen Radweg.. Dann konnte ich auf den Rheindamm ausweichen. Erst wollte Lisbeth nicht über die Schafbremsen laufen.(Rollende Gitterstäbe im Boden), also Satteldecke abnehmen und darüberlegen. Anschließend wieder satteln und dann „ohne Kieslaster „ weiter am Deich“ entlang. Zumindest bis zur Rheinbrücke, denn dort hatten wir sie dann wieder „hautnah“ mit Lautverstärkung durch die nasse Fahrbahn im Nacken.
In Rees gab es dann die nächste Pause. Wir haben uns unter einer Trauerweide am Stadtrand vor dem Dauerregen untergestellt, bis es trockener wurde. Dann ging es durch die Stadt bis Bergwick und anschließend wieder auf dem Deich bis zum Reeser Meer und dann nach Haldern.. Diesen letzten Abend konnte sich Lisbeth eine Weide mit ihrem Vater Julius teilen.

Abschließend kann ich sagen, dass es schon Sinn macht sich an den Routenvorschlägen des Reitatlasses zu halten, denn die letzte Tagesetappe hatte wirklich zu viel Asphalt. So musste ich beide Ersatzeisen unterwegs vorne aufnageln, weil bei den „noch gar nicht alten“ Vordereisen die Zehenkappen durchgeschlissen waren..
Außerdem würde ich ,in einem Gebiet mit Wiesenmangel, beim nächsten Mal früher mit der Quartiersuche beginnen.

Thomas Reichmann, Nordkirchen